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Ratgeber: Energie- und Stromsparen durch die Spülmaschine!

ratgeber-05-strom-sparenDa die Spülmaschine in ihren Anfängen rein als Hilfe für den industriellen Bedarf konstruiert war und auch bei ihrer Markteinführung für die privaten Haushalte eher ein Luxusartikel war als ein Haushaltsgerät für Jedermann, manifestiert sich der Gedanke, dass ohne die Spülmaschine Strom und Energie gespart werden müsste.

Doch dem ist bei weitem nicht so, denn auch das Spülen von Hand verbraucht Ressourcen und wenn wir diesen Verbrauch richtig und objektiv betrachten, dann ist über das Jahr gesehen der Einsatz einer Spülmaschine weitaus energie- und stromsparender als hinlänglich angenommen – oder es bedeutet im Umkehrschluss schlicht, mit der Hand abwaschen ist eben nicht die sparsamere Variante.

Betrachten wir die einzelnen Aussagen, die im Hinblick auf die Effizienz eines Geschirrspülers häufig gemacht werden, doch einmal unter der Lupe:

„Ein Geschirrspüler wird am Stromnetz angeschlossen, meine Spüle nicht. Daher verbraucht er per se mehr Strom als das Spülen von Hand.“

Diese langläufige Fehlannahme beruht darauf, dass das Spülen per Hand in einer Spüle schon immer so gemacht wurde. Kein Mensch macht sich die Mühe, einmal kurz darüber nachzudenken, ob das so stimmen kann. Der erste Fehler in dieser Überlegung ist, dass nur weil ein Spülbecken keinen Stecker hat und als solches an keinem Stromnetz angeschlossen ist, es auch keinen Strom verbraucht.

Weit gefehlt, denn wir spülen ja nicht mit kaltem Wasser. In der Regel befüllen wir also unser Becken mit heißem Wasser, und dass viel heißer, als es tatsächlich nötig wäre.

Vileda Glitzi Plus Topfreiniger zur Entfernung von hartnäckigem Schmutz, 4er Pack (4 x 6 Stück)Die Begründung dafür liegt in der Tatsache, dass das Wasser über den Zeitraum, in dem wir unser Geschirr abspülen, an Temperatur verliert – deshalb müssen wir mit einer höheren Ausgangstemperatur anfangen.

Dieses heiße Wasser kommt zwar aus dem Wasserhahn und ist durch schlichtes Aufdrehen einfach da, muss aber – nüchtern betrachtet – auch erst einmal auf Temperatur gebracht werden. Das übernimmt in der Regel unsere Heizungsanlage oder – schlimmer noch, was den Stromverbrauch angeht – ein Durchlauferhitzer. Beide Anlagen benötigen Strom. Mit dem Aufdrehen des Warmwasserventils an unserer Mischbatterie des Spülbeckens beginnt also der Stromverbrauch.

„Gut, aber Warmwasser habe ich sowieso, das muss ja nicht extra gemacht werden.“

washing-machine-1772579_960_720Dieses Argument klingt zunächst stichhaltig, hält aber einer näheren Betrachtung nicht stand. Um es einfach auszudrücken: Wenn wir unser Auto volltanken, weil wir damit täglich zur Arbeit fahren müssen, es aber am Wochenende dazu nutzen, mal kurz ins Kino zu fahren, kommt ja auch niemand auf die Idee, das Auto würde deshalb kein Benzin verbrauchen.

Genauso ist es mit dem Warmwasser: auch wenn das Wasser für den gesamten Haushalt durch unsere Heizungsanlage vorgehalten wird, so muss die entnommene wieder nachgefüllt und aufgeheizt werden.

„Aber die Spülmaschine läuft ja 1 ½ Stunden, da muss das Wasser ja viel länger auf Temperatur gehalten werden. In die Spüle lasse ich das Wasser nur ein Mal ein.“

Auch dieses Argument klingt bei erster Betrachtung logisch – stimmt aber ebenso wenig. Wenn wir annehmen, zum Befüllen einer Standard-Spüle für die Reinigung eines Norm-Gedeckes benötigen wir 15 – 20 Liter Warmes Wasser, so verbrauchen wir dafür ca. 1 kWh Strom für das Erhitzen. Das ist in etwa die Menge, die ein Geschirrspüler bei der Verwendung des Standard-Programmes auch nimmt – für alles, also auch das Erhitzen.

porzellanAuf den ersten Blick also keine Stromersparnis. Nun besteht ein Norm-Gedeck nach der europäischen Norm EN 50242 aus folgenden Teilen: Ein Essteller (ø26 cm), ein Suppenteller (ø23 cm), ein Desserteller (ø19 cm), eine Untertasse (ø14 cm), eine Tasse (0,2 l), ein Trinkglas (250 ml), einem Messer (203 mm), eine Gabel (184 mm), ein Suppenlöffel (195 mm), ein Teelöffel (126 mm) und ein Dessertlöffel (156 mm).

Auch wenn diese Kombination eher selten so zum Reinigen auftaucht, können wir einfach davon ausgehen, dass zwei Personen ungefähr dieses Geschirr an einem Tag verschmutzen. Ohne Geschirrspüler sind wir aus hygienischen Gründen dazu angehalten, dies auch an jedem Tag zu spülen. In einem Geschirrspüler, dessen Edelstahlwände keimabtötend wirken und den wir mit Schließen der Fronttür vom Rest der Küche luftdicht abschließen, können wir das schmutzige Geschirr über mehrere Tage lagern, ohne Angst vor um sich greifende Keime haben zu müssen. Bei einer Beladungsmenge von bis zu 12 Norm-Gedecken brauchen wir schon fast gar nicht mehr zu rechnen.

Doch selbst, wenn wir täglich spülen sollten, so können wir bei geringeren Mengen mit weniger Wasser arbeiten, was natürlich Strom spart. Viele moderne Geschirrspüler besitzen eine Beladeautomatik, die selbstständig erkennt, wie viel Geschirr sich im Spülraum befindet und damit die Wassermenge automatisch anpasst. Zudem haben alle modernen Geschirrspüler Öko-Programme, die sowohl die Temperatur, als auch die Wassermenge zurückfahren, was sofort mit einem geringeren Stromverbrauch einhergeht.

Diese Möglichkeiten haben wir bei der Handwäsche nicht. Wir müssen schlicht mindestens so viel Wasser in die Spüle tun, dass wir das Geschirr auch eintauchen und somit einweichen können. Das Wasser muss einfach übermäßig erhitzt sein, um den Wärmeverlust über die Zeit auszugleichen. Somit kommen wir zum Fazit: Selbst bei gleicher Einsatzfrequenz spart ein Geschirrspüler Strom. Betrachtet man dabei noch die durchschnittliche Lebenszeit von 12 Jahren, dann ist die Ersparnis sogar so groß, dass man sich davon am Ende des Lebenszyklus des Gerätes einen Mittelklasse-Geschirrspüler neu kaufen kann.

Da Energie- und Stromsparen Hand in Hand geht, haben wir das Sparen von Wasser bereits angesprochen. Doch auch hier lohnt es sich, das Ganze mal genauer zu betrachen. Das Hauptargument ist:

„Ein Geschirrspüler verbraucht mehr Wasser als eine Spüle, Sein Innenraum ist doch viel größer!“

Das können wir schlicht verneinen. Eine normale Haushaltsspüle hat ein Fassungsvermögen von 15-20 Litern Wasser, ein moderner Geschirrspüler hingegen verbraucht pro Spülvorgang lediglich 10-12 Liter Wasser. Das ergibt ein Ersparnis von 5-10 Litern pro Spülvorgang.

Bei durchschnittlich 280 Spülvorgängen im Jahr sind das 1400-2800 Liter Pro Jahr, also durchschnittlich 1 ccm Wasser pro Jahr, das sind 12 ccm Wasser im Lebenszyklus eines Geschirrspülers. Das ergibt dann eine weitere Ersparnis von knapp 50 €, wir kommen also unserem High-Class-Geschirrspüler in Sachen Ersparnis über die Lebensdauer ein kleines Schrittchen näher. Im Übrigen darf man bei aller Liebe zum Geld nicht vergessen, das man damit auch die Umwelt schont.

„Ich spüle nur schnell unter fließendem Wasser ab, ich verbrauch gar nicht so viel Wasser!“

Somat ReinigerMal abgesehen davon, dass man dabei entweder kein Spülmittel benutzt – was im Übrigen äußerst unhygienisch ist, da man ohne entsprechendes Spülmittel nur wenige Keime entfernt – oder schlicht auf die Menge des Geschirrs gesehen den Einsatz des Mittels völlig umweltschädigend potenziert, stimmt auch diese Rechnung nicht.

Angenommen, wir brauchen pro Besteckteil 15 Sekunden Zeit, dann sind das bei 11 Besteckteilen 165 Sekunden, mit Weglegen und Aufnehmen eines neuen Teils also knapp 3 Minuten. Eine herkömmliche Armatur hat einen Durchfluss von 20 Litern pro Minute und selbst bei der Annahme, wir drehen diese nur halb auf, würde das bedeuten, dass wir in der Zeit 30 Liter Wasser verbrauchen, also für ein Norm-Gedeck in etwas das Dreifache eines Geschirrspülers, bei Nutzung des Öko-Programms wäre das sogar das Fünffache.

„Ich mache meine Spüle nur halbvoll, wenn das Geschirr nur wenig verschmutzt ist!“

Was schlicht bedeuten würde, wir nähern uns dem Öko-Programm eines Geschirrspülers an, erreichen es aber nicht. Nur wenig verschmutztes Geschirr können wir natürlich auch im Geschirrspüler mit weniger Wasser reinigen, das wären dann je nach Modell und Alter so um die 6 Liter, eine halbe Spüle nimmt etwa 7,5-10 Liter, also immer noch mehr.

„Umweltschonender ist die Handwäsche!“

maschine-einraeumenDas ist insgesamt richtig, wenn man ebenso viele Spülgänge mit dem Geschirrspüler macht, wie per Hand. Dem ist in der Regel aber nicht so. Der Vorteil des Geschirrspülers ist es, dass das Geschirr nach dem Einräumen aus dem Blickfeld ist und die Küche trotz noch nicht gemachter Geschirreinigung einen aufgeräumten Eindruck vermittelt. Bei der Handwäsche müssen wir – auch aus hygienischen Gründen – dieses sofort erledigen.

Wenn wir also von unserem Normgedeck ausgehen und sagen, wir schalten unsere Spülmaschine erst ein, wenn diese Ihre maximale Beladung erreicht hat, dann wäre das – die Hygiene mal mit betrachtet – einmal in der Woche. Selbst wenn wir sie zwei Mal in der Woche nutzen wollen, ist sie weit weniger als die Hälfte im Einsatz. Und nun relativiert sich auch die Umweltschonung. Durch die deutlich weniger notwendigen Reinigungsvorgänge sparen wir an Spülmittel, Salz und Klarspüler, so dass das in der Spüle eingesetzte Spülmittel in seiner Menge das des Geschirrspülers
deutlich überragt.

Fazit: Betrachten wir alle Faktoren im Haushalt objektiv, so kommen wir unweigerlich zum Schluss, dass der Einsatz einer Geschirrspülmaschine energie- und stromsparender ist, als es mit der Hand zu machen – und von der Zeit- und Arbeitsersparnis haben wir jetzt noch gar nicht gesprochen.
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